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Informationen und News zum Thema Schmerztherapie

Faszien: Geheimnisvolle Welt unter der Haut

Alle Welt redet über die Faszien, das verborgene Bindegewebe, das unseren Körper im Innersten zusammenhält. Welche Rolle spielt dieses Ganzkörpernetzwerk wirklich? Bietet es Chancen für neue Therapien und Heilung, zum Beispiel für die Volkskrankheit Nummer eins, den Rückenschmerz? Die Dokumentation zeigt die neuesten Erkenntnisse der internationalen Wissenschaft.

(Quelle: ZDF/ARTE)

Anti-Aging Massnahme für Ihre Gefässe

Butgefaesse_schmerzfrei-luzernIm Buch «Der Mensch ist so jung wie seine Gefässe», schreibt Professor Dr. med. Gotthard Schettler «Die wichtigste Anti-Aging Massnahme für Gefässe (und somit für Bludhochdruck) besteht in der Prävention. Ältere Menschen haben weniger elastische Gefässe als jüngere Menschen. Aber trotzdem kann die Gefässelastizität durch eine gute körperliche Fitness erhalten bleiben. Dadurch kann ein 70-Jähriger das Gefässalter eines 40-jährigen aufweisen.

Dies ist auch der Grund, warum ich in meiner Arbeit in der Schmerztherapie die Bewegung integriere. Durch gezieltes Training kann nicht nur die Muskulatur erhalten und damit die Beweglichkeit und Flexibilität im Alltag erhöht werden, sondern eben auch die Gefässe elastisch gehalten und vor Verkalkung geschütz werden.

Wie wirkt die neue Schmerztherapie im Training?

Muskeln oder auch ganze Muskelketten werden in eine optimale Länge gebracht und nach speziellen Methoden angespannt, um Kontraktionssignale auszuschalten und einen Reiz für das Längenwachstum zu setzen.

Muskelbereiche, die eingeschränkt waren, werden verbessert und die Muskelbahnen wieder normalisiert.

Die Übungen sind ungewohnt, eventuell etwas schmerzhaft, man kommt an seine Grenzen. Wer jedoch mitmacht, ist oft überrascht, wie schnell und effektiv die Schmerzen zu beeinflussen sind.

Wie viele Muskeln haben Sie?

schmerztherapie_muskelnJeder gesunde Mensch besitzt 656 Muskeln, wobei diese beim Mann etwa 40 -50%, bei der Frau etwa 25 – 35 % der Gesamtkörpermasse ausmachen, je nach dem, wie viel wir uns bewegen. Das Gewicht der Knochen beträgt nur 2 bis 4 Kilogramm.

Somit macht es Sinn, bei Schmerzen den Zusammenhang mit den Muskeln zu suchen.

Die Sportmediziner beschäftigen sich vor allem mit sportlichen Höchstleistungen und nicht mit chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Ebenso wird vor allem auf Kraft gesetzt und weniger auf die Beweglichkeit der Muskulatur.

Somit machen in der neuen Schmerztherapie bei chronischen Schmerzproblemen Kräftigungs- und Stärkungsprogramme wenig Sinn, da sie die Beweglichkeit noch weiter einschränken.

Die Muskeln sind als Muskelketten zu verstehen, die von einem Fasziengewebe umgeben und durchzogen werden. So ist es erklärbar, weshalb die eigentliche Schmerzstelle nicht immer der Ort des Problemes ist. So kann bei einem Daumenschmerz die Ursache im Schultergelenk sein, und bei Knieschmerzen kann die wirkliche Ursache in den Muskelstrukturen der Fusssohle liegen.

Schmerzort und Schmerzursache sind meist nicht identisch, was immer ein Umdenken erfordert.

Faszien

Erst vor kurzem haben Wissenschaftler der Uniklinik Ulm nachgewiesen, dass sich Faszien verändern, wuchern, verfilzen und Nerven einklemmen können, was zu Schmerzen führen kann. Diese Faszien neigen dazu, mit anderen Schichten zu verkleben. Gestörte Muskelkoordination ist die Folge. Ebenso neu ist, dass bei Stress sich die Faszien verdicken können.

Faszien verbinden, stützen, bringen Nahrung, speichern Energie und sind durch ihre Elastizität massgeblich an der Bewegung beteiligt. Sie umhüllen Muskeln und Organe, verbinden Knochen miteinander und packen die ganze Oberfläche des Körpers ein.

Muskeln werden eher gebraucht bei einer einzelnen Bewegung, Faszien sind vermehrt an der harmonischen, rhythmischen, fortlaufenden Bewegung beteiligt. Also im Alltag, wenn  man sich vielfältig, harmonisch, variantenreich bewegt. Bei einseitige Übungen, wie wir sie an Maschinen ausüben, fehlt die Faszienbewegung. Vielseitige, harmonische Dehnungsbewegungen bringen die Faszien wieder in Bewegung

Kängurus, Frösche, Katzen springen mit langen Faszien meterweit, und nicht mit dicken Muskeln. Die Sehnen sind so elastisch, dass sie wie eine Feder sich dehnen und zusammenziehen. Beim Gehen brauchen auch wir nicht viel Muskelkraft, sondern Faszien. Und die müssen elastisch sein und bleiben. Nicht das Zusammenziehen der Muskeln ist wichtig, sondern das länger werden, damit erhöht sich die Stabilität in der Bewegung. Mehr Loslassen können als Anspannen. Zurück zu einer oekonomischen, natürlichen Bewegung.

Das Medikament der Zukunft: Bewegung.

sitzender-HaseJe mehr man sitzt, umso schneller verliert man die Leistungsfähigkeit. Dies hat folgende negative Auswirkungen auf den Körper:

Stoffwechsel

  • Verminderte Sauerstoffaufnahme durch flache Atmung
  • Schlagvolumen des Herzens nimmt ab
  • Blutdruck erhöht sich
  • Konzentration der roten Blutkörperchen sinkt
  • Blutfette steigen
  • Blutgerinnung zum Schutz nach Wunden verschlechtert sich
  • die Entsorgung von Abfallprodukten verlangsamt sich
  • Verdauung wird träge

Körper

  • Fettanteil steigt auf Kosten der Muskulatur
  • Kalzium geht verloren
  • Die Dicke der äusseren Knochensubstanz nimmt ab
  • Blutzucker-Verwertung wird eingeschränkt
  • Durchschnittliche Körpertemperatur sinkt
  • Produktion von Spermien werden gedrosselt, Libido nimmt ab
  • Verspannungen der Muskulatur, was zu Schmerzen führen kann

Hormone

  • Dopamin und Serotonin werden weniger aktiviert
  • Produktion von Interleukin 6 (Immunsystem) ist ungenügend
  • Muskeln produzieren weniger Myokine/Actinfasern, die in der Lage sind, Entzündungsvorgänge im Körper zu stoppen